Anmerkungen zum Themenkomplex Brender und di Lorenzo

Nachdem in den NachDenkSeiten bereits zwei ausgezeichnete Artikel zu diesem Themenkomplex erschienen waren („Die Leser der ZEIT u.a. angesehener Medien werden genau so manipuliert wie die Leser der BILD-Zeitung.“ und die „Ergänzung zum Kampagnejournalismus von ZEIT und BILD – auch die öffentlich-rechtlichen Sender beteiligen sich und Redaktionen sind gespalten„), sind zwei wichtige Anmerkungen beizutragen:

  1. Wenngleich der Fall Nicolaus Brender in Bezug auf die Verquickung von Parteiinteressen mit Personaldiskussionen in den öffentlich-rechtlichen Anstalten wie dem ZDF dramatisch ist, so sollte man die Person Nicolaus Brender nicht aufgrund seiner tragischen Rolle im Fall Nicolaus Brender überbewerten. Nicolaus Brender ist der Mann, dem die Bundeskanzlerin in der „Elefantenrunde“ nach der Bundestagswahl ins Gesicht sagte, dass sich die Bundesregierung „nicht noch einmal von den Banken erpressen lassen“ dürfe, dass also die Bundesregierung von den Banken erpresst worden ist! Was tat der „Journalist“ Nicolaus Brender? Er hat sich danach einem anderen Gesprächspartner zugewandt, während ich angesichts eines solchen Jahrhundertgeständnisses hyperventilierend nach Luft japste! Dass er die aggressive Kampagne des Hauptstadtstudioleiters Peter Frey gegen Oskar Lafontaine nicht unterbunden hat, schlägt durchaus in dieselbe Kerbe, auch wenn dabei natürlich der karrieristische Selbstzweck im Vordergrund steht.
  2. Die Überschrift „Die Leser der ZEIT u.a. angesehener Medien werden genau so manipuliert wie die Leser der BILD-Zeitung“ vom Montag trifft die Sachlage nicht ganz exakt: Die Leser der ZEIT werden natürlich sehr viel stärker von solchen Kampagnen wie der von di Lorenzo (noch dazu in Zusammenarbeit mit der BILD-Zeitung) manipuliert als durch die BILD-Zeitung alleine! Hier begegnen wir wieder dem Argument aus der „Reformlüge„, dass Kampagnen nur oft genug wiederholt und letztlich auch von – vermeintlich – seriösen Quellen wiedergegeben werden müssen, damit die Lüge als Wahrheit in die Geschichte eingeht. Das war vermutlich sogar der eigentliche Nachrichtenkern des Aufgreifens durch die BILD-Zeitung: „Selbst die ZEIT…“ Auch hier sollte die Person des Giovanni di Lorenzo in Augenschein genommen werden: Er hat selbst einen Migrationshintergrund, kann also ungefähr einschätzen, wem er damit was antut! – Darauf freilich ist schon der zitierte „Freitag“ und auch der Hinweis der NachDenkSeiten löblicherweise bereits eingegangen! Es scheint mir dennoch angebracht, beides – die „seriöse“ ZEIT und den Migrationshintergrund von di Lorenzo – in einem Aufwasch zu präsentieren…

Nachtrag: Auf Anfrage von Albrecht Müller im Namen eines NachDenkSeiten-Lesers, der einen Beleg des Merkel-Geständnisses wünschte, füge ich diese beiden YouTube-Videos an. Im ersten Video kann man Merkels Geständnis in Kurzform verfolgen. Das zweite Video zeigt den Zusammenhang etwas ausführlicher; allerdings fällt nach Merkel erst einmal Steinmeier der Moderation ins Wort und es endet damit. In der ZDF-mediathek findet sich tatsächlich noch immer eine komplette Ausstrahlung der Berliner Runde 2009 von insgesamt 42 Minuten! Das Zitat fällt zum Ende hin. Nach Steinmeiers Einwurf beendet allerdings Nicolaus Brender die „Elefantenrunde“; das entspricht zwar nicht meinem Gedächtnisprotokoll, ist aber freilich keinen Deut weniger schlimm! Bei der ARD habe ich kein visuelles Zeugnis dieses Geständnisses (mehr) gefunden.

Eigenhändiges Transkript: „als auch was die Frage anbelangt, wann kann eine Bank oder kann eine Bank einen Staat erpressen, was wir ja leider erlebt haben, und das wird es in Zukunft nicht mehr geben“

Transkripte aus anderen Quellen:

Video-Uploader stwiese in der Videobeschreibung und nochmals im YouTube-Channel von stwiese als „letzte Aktivität“: „Nun hat es Angela Merkel öffentlich zugegeben: Die Banken erpressen den Staat. Die Aussage wurde in der Berliner Runde, direkt nach der Bundestagswahl 2009, am 29.09.2009 getätigt. Zitat Angela Merkel: ‚Wann kann eine Bank, oder, kann eine Bank einen Staat erpressen, was wir ja leider erlebt haben‘.“

Zitat Angela Merkel: „Nun hat es Angela Merkel öffentlich zugegeben: Die Banken erpressen den Staat. Die Aussage wurde in der Berliner Runde, direkt nach der Bundestagswahl 2009, am 29.09.2009 getätigt. Zitat Angela Merkel: ‚Wann kann eine Bank, oder, kann eine Bank einen Staat erpressen, was wir ja leider erlebt haben‘.“

Information: Diese Hinweise gingen am 24. Februar 2010 ein in den NachDenkSeiten-Beitrag „Weitere Ergänzung zur Rolle der ZEIT und zu Nikolaus Brender„.

Zitat Angela Merkel: ‚Wann kann eine Bank, oder, kann eine Bank einen Staat erpressen, was wir ja leider erlebt haben.‘
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