Archiv für Juni, 2012

Einladung zum Gesprächskreis am 28. Juni

Posted in Gesprächskreistermine on 27. Juni 2012 by denknachmainz

Werte MitstreiterInnen,
liebe InteressentInnen des Mainzer NachDenkSeiten-Gesprächskreises!

Wir treffen uns am kommenden Donnerstag, den 28. Juni 2012 wieder wie gewohnt um 19:30 Uhr im  Restaurant “Avalon” (Wallaustr. 52, 55118 Mainz-Neustadt).

Drei zentrale Themen habe ich ausgemacht:

  • Die am 16. Juli um 12 Uhr (High Noon!!) anstehende Verhandlung wegen des „Erschleichens von Leistungen“, was in Wirklichkeit Notwehr-Resultat einer Nötigung durch die MVG und die Stadt Mainz und zugleich als „Schwarzfahren für Gerechtigkeit“ eine Aktion politischen Ungehorsams war/ist, am Amtsgericht Wiesbaden und ihre Vorbereitung bis hin zur Revolution.
  • Der am Freitag zur Verabschiedung im Bundestag vorgesehene Fiskalpakt/ESM und deren Bewertung durch attac, die Partei DIE LINKE (die schon das höchste Gericht in Karlsruhe auf den Plan gerufen haben und klagen werden) und natürlich die NachDenkSeiten. Wenn man bedenkt, dass die LINKE von einem Putsch spricht, fragt man sich, wie weit wir denn wohl diesbezüglich entfernt sein können von der Revolution…
  • Die Entwicklung (bzw. die Stasis) der politischen und journalistischen Szene in Mainz angesichts der jüngsten Ereignisse (OB Ebling will Geld vom Bund „für Soziales“, erwähnt aber (laut „Allgemeiner Zeitung“) nur trockengelegte Brunnen, Kita-Neubauten und die Feuerwehr) und im Lichte hochkarätiger Vorträge in den vergangenen Tagen/Wochen [Brigitte Kratzwald (Commons), Karl-Heinz Brodbeck (Geld), Stefan Gosepath (Normativität), Peter Imbusch (Desintegration)], die nicht wirklich ihr Publikum gefunden haben…

Außerdem möchte ich schon einen Ausblick geben auf Donnerstag, den 5. Juli 2012, da es einen guten Grund gibt, diesen Termin des NachDenkSeiten-Gesprächskreises wieder extern anzusetzen: Um 20:00 Uhr im Hörsaal 7 (Campus der Universität Mainz, Forum Eingang 1) wird Dietmar Dath vortragen zum Thema „Ansteht jetzt: Die Herstellung einer Menschheit„. Dietmar Dath hat – zusammen mit meiner Kommilitonin Barbara Kirchner – das Buch „Der Implex. Sozialer Fortschritt. Geschichte und Idee“ im Suhrkamp Verlag veröffentlicht, und Veranstalter ist hier (im Wesentlichen) der Implex-Lesekreis an der Uni Mainz, der sich jeden Montag um 16:15 im Hörsaal VI im alten ReWi trifft und zuletzt oft in den „Baron“ weitergezogen ist. Man hat es schon bis Kapitel 6 geschafft, lässt sich recht viel Zeit zum Diskutieren und wird den Lesekreis im Wintersemester fortsetzen!

Mit solidarischen Grüßen
Manfred

Advertisements

Karl-Heinz Brodbeck zur Herrschaft des Geldes

Posted in Veranstaltung on 11. Juni 2012 by denknachmainz

Werte MitstreiterInnen,
liebe InteressentInnen des Mainzer NachDenkSeiten-Gesprächskreises!

Ich möchte Euch nochmal daran erinnern, dass Prof. Dr. Karl-Heinz Brodbeck morgen in einer Woche seinen Vortrag „Die Herrschaft des Geldes“ halten wird. Am Dienstag, den 19. Juni 2012 morgens um 10 Uhr c.t., im Hörsaal P 1 im Philosophicum an der Johannes Gutenberg-Universität ist es soweit. Wer arbeiten muss, sollte also rechtzeitig Urlaub genommen haben, um diesen bahnbrechenden Vortrag nicht (nochmal) zu versäumen!

Uni-Lageplan (Das Philosophicum trägt die Markierung „D“.)

Im Anschluss noch die Infoseite des Philosophischen Seminars.

Viele Grüße
Manfred

Prof. Dr. Karl-Heinz Brodbeck – Vortragsexposé – Sommersemester 2012
Gastvortrag des Philosophischen Seminars im Rahmen von Prof. Dr.
Stephan Grätzels Vorlesung „Grundlagen der Praktischen Philosophie“

Prof. Dr. Karl-Heinz Brodbeck (Würzburg)

Die Herrschaft des Geldes

Dienstag, 19. Juni 2012, 10:15 Uhr, Hörsaal P 1 (Philosophicum)

Dass das Geld die Welt regiert, ist eine alte römische Spruchweisheit. Doch der Blick auf die äußeren Geldformen, auf die Banken und Finanzmärkte, deren Herrschaft über die Volkswirtschaften weltweit heute kaum mehr im Zweifel steht, liefert nur einen oberflächlichen, ersten Eindruck der tatsächlichen Herrschaft des Geldes. Das Geld ist der Sprache auf eine innere Weise verwandt: Man kann die Sprache nicht wissenschaftlich erklären, ableiten oder rekonstruieren. Jeder dieser Versuche bewegt sich schon innerhalb der Sprache und setzt sie voraus. Dass es sich beim Geld nicht nur um eine analoge Struktur handelt, sondern dass Sprache und Geld tatsächlich aus einer gemeinsamen sozialen Grundstruktur ihren Inhalt und ihre Bedeutung gewinnen, das soll in einer systematischen Entfaltung dargestellt werden. Dass die Sprache die menschliche Subjektivität formt, den Menschen in ein zoon logon verwandelt und der Begriff der Vernunft sich aus dem Vernehmen des inneren Selbstgesprächs entfalten lässt, wurde in der Geschichte der Philosophie auf vielen Wegen erörtert, keineswegs erst im linguistic turn am Anfang des 20. Jahrhunderts. Der ganz andere Gedanke, dass die Rechnung in Geld daneben und darin noch eine ganz andere Form der Subjektivität ausbildet – das Geldsubjekt mit der ihm eigentümlichen Ratio, dem „rechnenden Denken“ –, bleibt bislang eine bestenfalls erahnte Beziehung. Tatsächlich herrscht das Geld nicht einfach als ein äußeres Verhältnis über die Menschen kraft der ihm eigentümlichen Verdinglichung, wie Marx diagnostizierte. Das Geld herrscht als Subjektform im menschlichen Subjekt. Der Logos der Sprache wurde in der Moderne mehr und mehr durch die Ratio der Rechnung überlagert. Dieses innere Subsumtionsverhältnis ist die wahre Bewegungsform der äußerlich erscheinenden Geldherrschaft. Eine Reform der Wirtschaft ist – so lautet die sich daraus ergebende Diagnose – nur möglich durch eine Reform des Bewusstseins, durch die Erkenntnis der Herrschaft des Geldsubjekts in seinen charakteristischen Formen der Denkmechanik, in der sich die Wissenschaften, allen voran aber die Ökonomik, in der Moderne bewegen. Eine Reform der Gesellschaft, der Irrwege der technischen Herrschaft und ihrer ökonomischen Bewegungsform gelingt nur durch eine kritische Selbstreflexion – nicht einfach der Vernunft, sondern jenes innerlich herrschenden Teils des rechnenden Denkens, der das Dogma der Moderne ausmacht. Das Geld hat auch das Geldsubjekt globalisiert, so dass diese kritische Selbstreflexion heute nur noch durch einen interkulturellen und interreligiösen Diskurs möglich ist.

Literaturhinweise

Karl-Heinz Brodbeck: Die fragwürdigen Grundlagen der Ökonomie. Eine philosophische Kritik der modernen Wirtschaftswissenschaften, 5. Aufl., Darmstadt 2009 (WBG).

Karl-Heinz Brodbeck: Die Herrschaft des Geldes. Geschichte und
Systematik, Darmstadt 2009 (2. Auflage) (WBG).

Karl-Heinz Brodbeck: Buddhistische Wirtschaftsethik. Eine Einführung, 2. Aufl., Berlin 2011 (edition steinrich).

Weitere Texte auf Prof. Brodbecks Homepage

Nur am Rande: Schön, dass er meinen Beitrag für die Mainzer Initiative
gegen HARTZ IV zu seinem Vortrag 2011 als „Presse“-Resonanz in der
Liste seiner vergangenen Vortragsveranstaltungen verlinkt hat 😉

Einladung zum außerordentlichen Gesprächskreis am 14. Juni

Posted in Gesprächskreistermine on 11. Juni 2012 by denknachmainz

Werte MitstreiterInnen,
liebe InteressentInnen des Mainzer NachDenkSeiten-Gesprächskreises!

Wir treffen uns kommenden Donnerstag, den 14. Juni 2012 schon um Punkt 19 Uhr im Kulturverein KREATIVA – Internationales
Kunst- & Kulturzentrum e.V. unter der Adresse Kaiser-Wilhelm-Ring 80, 55118 Mainz [ WWW: Karte bei Google-Maps] ebenfalls in der Mainzer Neustadt!

Thema ist: „Revolution als Spektakel – Venezuela unter Chávez: Lebenswirklichkeiten in einer inszenierten Revolution.

Ein Vortrag von Rafael Uzcátegui (Venezuela) führt ins Thema ein.

Als Antimilitarist, Anarchist und Teil der linken Opposition in Venezuela kritisiert Rafael Uzcátegui die politischen, sozialen und ökonomischen Veränderungen unter Chávez. Ein Schwerpunkt des Vortrags liegt auf dem Verhältnis zwischen sozialen Bewegungen und der von Hugo Chávez geführten Regierung – inwiefern ist die Autonomie sozialer Bewegungen eingeschränkt? Und wieviel Freiheit erlaubt die bolivarische Revolution? Uzcátegui beschreibt die Lebenswirklichkeiten einer als Revolution inszenierten neuen Form der Regierung und stellt ihr die libertären Vorstellungen einer gerechten und freien Gesellschaft gegenüber.

Rafael Uzcátegui lebt und arbeitet in Caracas. Er koordiniert die Recherchen bei Provea, einer venezolanischen Menschenrechtsorganisation, und ist seit 1995 Mitglied des Herausgeberkollektivs der anarchistischen Zeitschrift El Libertario, die sich der Verbreitung der Aktivitäten der unabhängigen sozialen Bewegungen Südamerikas verschrieben hat.

Er ist Autor der Bücher Herz aus Tinte und Venezuela: Die Revolution als Spektakel. Eine anarchistische Kritik der Bolivarischen Regierung. Seit 2009 ist er Mitglied im Rat der War Resisters‘ International, WRI.

Sein Buch „Venezuela: La Revolución como espectáculo. Una crítica anarquista al gobierno bolivariano“ ist auf Spanisch, Englisch und Französisch erschienen. Die englische Fassung (Venezuela – Revolution as Spectacle) ist bei der Versandbuchhandlung Weber&Zucht in Kassel erhältlich.

Veranstalter sind: Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK)  Frankfurt, Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) Mainz, DFG-VK  Bildungwerk Hessen , Freie Arbeiterinnen und Arbeiter Union (FAU) Frankfurt sowie Linkswärts e. V.

Wie immer wünsche ich uns spannende Diskussionen! Anschließend können wir die Diskussion darüber hinaus  gemütlich ausklingen lassen, da das Kulturzentrum KREATIVA es ausdrücklich wünscht, wenn man sich selbst etwas zu essen und trinken mitbringt und das Begegnungszentrum auch als solches auch wirklich nutzt! Es fallen ja bestimmt auch noch weitere Themen an 😉