Archiv für September, 2012

Einladung zum EXTERNEN Gesprächskreis am 27.09.2012

Posted in Gesprächskreistermine, Veranstaltung on 26. September 2012 by denknachmainz

Werte Mitstreiterinnen und Mitstreiter,
liebe Interessierte am Mainzer NachDenkSeiten-Gesprächskreis!

Am Donnerstag, den 27. September 2012 treffen wir uns nicht im „Avalon“, sondern schon um (Punkt) 18 Uhr in der Muschel auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität, wo im Hörsaal N1 der Mehring Verlag ein

Podiumsgespräch zur

Verteidigung Leo Trotzkis

mit den Referenten David North (USA) und Mario Kessler (Potsdam)

veranstaltet.

Ungeachtet der Empfehlungen und Warnungen namhafter Historiker in Europa und den USA hat der Suhrkamp Verlag eine deutsche Ausgabe der Trotzki-Biographie von Robert Service fast unverändert herausgebracht – mit all ihren nachgewiesenen Geschichtsfälschungen, faktischen Fehlern, unseriösen Quellenangaben, Falschdarstellungen geschichtlicher Ereignisse, antisemitischen Versatzstücken.

Die Leser sollen dadurch abgeschreckt werden, sich unvoreingenommen mit der historischen Rolle Leo Trotzkis vertraut zu machen. Trotzkis Theorie der permanenten Revolution und der von ihm vertretene prinzipielle Internationalismus waren nicht nur die politische Grundlage für die Oktoberrevolution in Russland, sondern auch für seinen unbeugsamen Kampf gegen den Stalinismus. Die unlösbare weltweite Krise des Kapitalismus verleiht dieser gewaltigen historischen Leistung große Aktualität.

Die internationale Kontroverse über das Buch von Robert Service wirft ernste Fragen von grundsätzlicher Bedeutung auf, Fragen der historischen Wahrheit und Wahrhaftigkeit, der wissenschaftlichen Standards, der verlegerischen Integrität.

Auf dem Historikertag sprechen David North (USA) anlässlich der zweiten, wesentlich erweiterten Auflage seines Buches „Verteidigung Leo Trotzkis“ (Mehring Verlag) und Prof. Mario Kessler (ZZF Potsdam) als einer der Unterzeichner des Historikerbriefes an den Suhrkamp Verlag.

Empfang und Pressegespräch finden im Anschluss statt. Unabhängig davon wird sich der NachDenkSeiten-Gesprächskreis anschließend mit dem Thema wohl auch noch im Kulturcafé („Q-Kaff“) am Forum der Uni befassen.

Das fragwürdige Buch von Robert Service ist übrigens zurzeit bei der Buchhandlung Zweitbuch in Wiesbaden (Am Michelsberg) für den reduzierten Preis von 14,99 Euro erhältlich.

Ein weiteres Thema wird natürlich der UmFAIRteilen-Aktionstag am kommenden Samstag, den 29.09.2012 sein, der neben der Großdemo in Frankfurt/Main auch in Mainz (etwa) zwischen 12 und 16 Uhr auf dem Schillerplatz (Grüne Jugend, Linksjugend [’solid], Mainzer Initiative gegen HARTZ IV u.a.m.) begangen wird.

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Solidaritätsadresse an die BesetzerInnen der Oberen Austraße 7 zur Räumung

Posted in Gesellschaft, Statements on 3. September 2012 by denknachmainz

Wir haben Eurer Kommunikationsverhalten während der Instandbesetzung des Anwesens Obere Austraße 7 immer sehr genossen und für demokratisch vorbildlich gehalten.

Es ist wie ein Wunder, in welch kurzer Zeit ein diskriminierungsfreier, nichtkommerzieller, künstlerisch hochgradig kreativer und politischer Raum in der Oberen Austraße 7 entstanden ist.

Es ist ganz ganz toll, was von Euch in den vergangenen dreieinhalb Wochen geleistet wurde. Hier eine kleine Aufzählung, wie wir sie vom NachDenkSeiten-Gesprächskreis Mainz erleben konnten:

  • Einrichtung von gemütlichen Räumen/Plätzen
  • Aufräumen, Müll beseitigen, Sicherheitsinstallationen anbringen
  • hervorragende Volksküche
  • nicht-kommerzielle kulturelle Angebote, die ansonsten in Mainz fehlen oder nicht für alle BewohnerInnen der Stadt Mainz zugänglich sind (z.B. „Einführung ins Denken Adornos„, Yoga, Musikinstrumente lernen …)
  • politische Vorträge und Diskussionen (z.B. Vortrag und Diskussion „Soziale Spaltung in Deutschland“ mit Prof. Dr. Michael Hartmann, Öffentlicher Raum und Wohnungslose (Lesung und Diskussion mit Jürgen Malyssek)
  • Informationen für ALG II-Leistungsberechtigte
  • u.v.m.

Umso mehr bedrückt es uns, zu sehen, wie dieser dringend benötigte Raum seitens der Stadt Mainz kompromisslos zerstört wurde.

Zudem wurden für das Gemeinwesen engagierte junge Menschen, Ihr nämlich, häufig zum ersten Mal, mit dieser zerstörerischem Form der deutschen Staatsgewalt konfrontiert. Was bewirkt es, wenn Konflikte nicht mit politischen Verhandlungen, sondern mit Polizeigewalt „kaltgestellt“ werden sollen? Resignation, Verbitterung und Radikalisierung?

Es lässt sich nicht der Eindruck verdrängen, dass ein freies kulturelles Leben in Mainz nicht erwünscht ist. Die Stadt handelt unklug, wenn sie sich auf Jahre hinaus Ärger einhandeln will, indem sie die legitime Forderung nach diskriminierungsfreien autonomen Räumen ignoriert und stattdessen weitere Privatisierungen wie beispielsweise die ECE- Shopping-Mall favorisiert.

Sie sollte sich ein Beispiel an der Stadt Rüsselsheim nehmen. Dort sind schon seit vielen Jahren gleich zwei politisch autonome Zentren und zwar das „Freiwerk“ und der „Wagenplatz“ am Mainufer etabliert. Ideen und berechtigte Forderungen sterben nicht.

Wir erinnern an den OB-Kandidaten und Bürgermeister Günter Beck, der für sich mit dem Slogan geworben hatte „Holt Euch Eure Stadt zurück!“, jedoch kein einziges Mal in der Oberen Austraße 7 während der Instandbesetzung erschienen ist.

Wir werden Eure Forderungen gerne weiterhin unterstützen!

NachDenkSeiten-Gesprächskreis Mainz

Link: soziokulturelles Zentrum Obere Austraße 7