Gesprächskreis am 16. Januar 2014

Werte Mitstreiterinnen und Mitstreiter,
liebe Interessierte am Mainzer NachDenkSeiten-Gesprächskreis!

Da mein Termin in Saarbrücken abgesagt wurde, findet der NachDenkSeiten-Gesprächskreis am morgigen Donnerstag, den 16. Januar 2014 nun doch völlig normal und wie üblich um 19:30 Uhr im Jack Inn (Feldbergstraße 3, 55118 Mainz) statt!

Wie ich schon bei der letzten Einladung anmerkte, wird nicht der Eintritt ins neue Jahr schwierig, sondern das ganze Jahr. Der Wahnsinn hat immer mehr Methode und lässt sich kaum mehr überblicken. Da war die ARD-Dokumentation zu BlackRock (Stream) und anderen Finanzgiganten neben den Banken – und noch weniger reguliert als diese -, da war der Prokon-Aufschrei zur „Rettung“ ihres „Schneeballsystems“, da ist die CSU-Hetze gegen „Armutszuwanderer„, die nun in der Wahl von „Sozialtourismus“ zum Unwort des Jahres 2013 ihren vorläufigen Höhepunkt fand (aber seitens Horst Seehofers immer perfider betrieben wird, wenn er jammert, es sei „zum Verzweifeln, wie wenig diese EU-Kommission die Lebensrealität der Menschen in Europa zur Kenntnis nimmt„), da waren das „Gefahrengebiet“ und später die „Gefahrenzonen/-inseln“ in Hamburg, in denen weniger die BürgerInnen und Bürger in Gefahr waren als vielmehr der Rechtsstaat, da die Polizei – fast wie im Polizeistaat! – (nahezu) schalten und walten konnte wie sie wollte, da war die Schließung des Brockenhauses in der Leibnizstraße, die jetzt im nahezu unmittelbaren Rausschmiss einiger Bewohner desselben Hauses wg. Brandschutzmängeln gipfelte, während eine Familie mit 3 Kindern in der Neustadt ihre vom Schimmel befallene Wohnung nicht gegen eine andere Wohnbau-Wohnung eintauschen kann/darf…

Leider nur in den Hinweisen des Tages und auf Englisch wird auf den NachDenkSeiten berichtet, dass der IWF seine Auffassung zur Rettung Griechenlands EINMAL im Sinne der Bevölkerung dieses Landes geändert hätte – nur um vom griechischen Finanzminister zurückgewiesen zu werden: „Schäuble told me: ‚Yannis [Stournaras], forget it.‘ So it cannot be done, so what can I do?„. Der Bericht ist von einem Freund von Yannis Stournaras, von Yanis Varoufakis, und endet mit einer Rücktrittsforderung an den Finanzminister, dem Varoufakis noch zu seiner Ernennung in Form eines Offenen Briefes (skeptisch gegenüber den Ernennenden, sie hätten seinem Freund das Steuerrad eines guten Schiffs just in dem Moment übergeben, nachdem es den Eisberg gerammt habe) gratuliert hatte…

Zur Erinnerung für kommende Woche: Wir haben uns entschieden, den nächsten NachDenkSeiten-Gesprächskreis am Donnerstag, den 23. Januar 2014 auswärts im Haus am Dom zu verbringen, nämlich zusammen mit den Veranstaltern der Diskussion „Abstellgleis Minijob. Welche Weichen werden gestellt? – Bundestagsabgeordnete beziehen Stellung“ von Punkt 17 Uhr bis 19:45 Uhr (*g*), nämlich mit dem DGB Rheinland-Pfalz, dem Referat Berufs- und Arbeitswelt im Bistum Mainz sowie dem Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung der Evangelischen Kirche Hessen und Nassau. Im Anschluss der Wortlaut der Einladung der Veranstalter; ich bitte den Anmeldungs-Link zu beherzigen!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

deutschlandweit gibt es 7 Millionen Minijobs. Doch das, was ihre Befürworter oft als Vorteile gepriesen haben, entspricht bei Weitem nicht der Realität der meisten Menschen, die tatsächlich in diesen Beschäftigungsverhältnissen arbeiten müssen.

Für viele sind der Minijob und die bis zu 450 Euro im Monat nicht ein Zuverdienst, sondern die einzige Einnahme aus Erwerbstätigkeit. Ein Großteil der Minijobber arbeitet auch nicht freiwillig geringfügig, sondern wünscht sich zumindest eine reguläre Teilzeit-, besser sogar eine Vollzeitstelle.

Minijobs sind auch keine Brücke zurück in den ersten Arbeitsmarkt, sondern für viele Beschäftigte eine Sackgasse, weil die geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse für Arbeitgeber unterm Strich oft mehr Vorteile bieten als reguläre Stellen. Und Minijobs sind längst nicht mehr nur niedrigschwellige Arbeitsangebote für Ungelernte, sondern werden für Millionen gelernter Fachkräfte zur Niedriglohnfalle.

Von den 7 Millionen Beschäftigten im Minijob sind 4,5 Millionen Frauen. Diese erwerben kaum Sozialversicherungsansprüche, d.h. bei Arbeitslosigkeit erhalten sie kein Arbeitslosengeld, bei Renteneintritt kaum Rente. Die Altersarmut – insbesondere für diese Frauen – ist vorprogrammiert.

Gemeinsam mit Bundestagsabgeordneten aller Fraktionen und Fachleuten aus Frauenverbänden, Kirchen, Gewerkschaften und der Arbeitgeberseite wollen wir die Frage diskutieren: Was ist politisch zu ändern, damit eine eigenständige Existenzsicherung insbesondere für Frauen gewährleistet werden kann?

Wir laden Dich herzlich ein, an dieser Diskussion teilzunehmen.

Die Veranstaltung
Abstellgleis Minijob. Welche Weichen werden gestellt? – Bundestagsabgeordnete beziehen Stellung
findet statt
am 23. Januar 2014, 17:00 – 19:45 Uhr
im Haus am Dom
(Liebfrauenplatz 8, 55116 Mainz)

Anmeldungen bis zum 18. Januar 2014 bitte unter folgendem Link: http://bit.ly/1iSPt4K

Programm

17:00 Imbiss

17:15 Begrüßung

17:30 Minijobberinnen erzählen

17:45 Bundestagsabgeordnete beziehen Stellung
Ursula Groden-Kranich (CDU)
Doris Barnett (SPD)
Tabea Rößner (Die Grünen)
Alexander Ulrich (Die Linke)

18:15 Fachleute kommentieren
Gisela Bill (Landesfrauenbeirat RLP)
Christine Gothe (ver.di RLP)
Petra Erbrath (kfd-Diözesanverband Trier)
Felix Harth (Kreishandwerksmeister Mainz-Bingen)

18:45 Publikum ergänzt

19:15 Schlussfolgerungen

Moderation: Claudia Deeg, SWR

Bis morgen!

Mit freundlichen Grüßen
Manfred Bartl

PS: Auch interessant ist wohl der Neujahrsempfang, zu dem die Partei DIE LINKE. Mainz / Mainz-Bingen am Freitag, den 17. Januar 2014 um 18:15 Uhr in die „Bar jeder Sicht“ (Hintere Bleiche 29, 55116 Mainz) einlädt.

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