Archiv für Juli, 2014

Gesprächskreis am 25. Juli 2014

Posted in Gesprächskreistermine on 23. Juli 2014 by denknachmainz

Werte Mitstreiterinnen und Mitstreiter,
liebe Interessierte am Mainzer NachDenkSeiten-Gesprächskreis!

Wir treffen uns am Donnerstag, den 24.07.2014, um 19:30 Uhr im „Jack Inn“ (Feldbergstraße 3, 55118 Mainz-Neustadt) zum nächsten NachDenkSeiten-Gesprächskreis!

Vergangenen Mittwoch war die konstituierende Sitzung des Mainzer Stadtrates, die allerdings wenig mehr Programmpunkte umfasste als die Verabschiedung der ausscheidenden Stadträte und die Besetzung der Ausschüsse, Beiräte und Aufsichtsräte im Bulk-Verfahren (also alle auf einmal unter Verwendung von vorgefertigten Vorschlagslisten). Seitdem hat sich diesbezüglich – meines Erachtens – nicht viel – zumindest nichts Unerwartetes – getan. Einzelberichte von der Ortsbeiratssitzung Mainz-Neustadt, der Bauausschuss-Sitzung und der Stadtratssitzing – alle am 22.07.2014 – sind natürlich gerne gesehen, da ich selbst bei der Vortrags-, Filmvorfürhungs- und Diskussionsveranstaltung zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Riots im Infoladen Cronopios war.

In Sachen Meinungsmache wurde Groteskes berichtet: Bei der Pressekonferenz zum nächtlichen EU-Gipfel hielt es ZDF-Korrespondent Udo van Kampen für eine gute Idee, der Regierungschefin ein spontanes Ständchen zu bringen. „Happy Birthday“, trällerte der Journalist mit dünner Stimme. Mit rudernden Handbewegungen versuchte van Kampen seine Kollegen zum Mitsingen zu animieren – ohne Erfolg. Die anderen Journalisten blickten peinlich betreten zu Boden – nur ein Kollege zwei Plätze weiter zeigte ein wenig Enthusiasmus. Diesen Text habe ich von Christoph Sydow von SPIEGEL Online übernommen; er ist dort noch stärker im Ton des peinlich Berührten geschrieben….

Zum Gedenken an Robert Kurz gab es auf den NachDenkSeiten einen Kapitalismus-Artikel, der eine ganze Serie ausgelöst hat, deren erste drei Beiträge sehr interessant sind:
http://www.nachdenkseiten.de/?p=22438
http://www.nachdenkseiten.de/?p=22440
http://www.nachdenkseiten.de/?p=22459
Dass sich heute Albrecht Müller („Kapitalismus – wat is dat denn?“) und Wolfgang Lieb („Ist der Begriff Kapitalismus wirklich ohne Sinn?“) ein bisschen gekabbelt haben, wirkte daneben eher peinlich, zumal für jemanden, der gerade das Online-Seminar DIE LINKE 1 belegt und sich primär mit dem Kapitalismus auseinandersetzt 😉

Bis morgen Abend!

Mit freundlichen Grüßen
Manfred

PS: Das attac-Plenum ist erst am nächsten Donnerstag, den 31. Juli 2014!

Gesprächskreis am 17. Juli 2014

Posted in Gesprächskreistermine on 17. Juli 2014 by denknachmainz

Werte Mitstreiterinnen und Mitstreiter,
liebe Interessierte am Mainzer NachDenkSeiten-Gesprächskreis!

Die FIFA Fußball WM 2014 in Brasilien ist vorbei – und „wir sind Weltmeister“! Das ist auch der Titel des Flugblatts der Mainzer Initiative gegen HARTZ IV, das gestern beim Jeden-Monat-Infostand verteilt wurde.

Link zum „Wir sind Weltmeister!“-Flugblatt online

Wir treffen uns heute, am Donnerstag, den 17.07.2014, um 19:30 Uhr im „Jack Inn“ (Feldbergstraße 3, 55118 Mainz-Neustadt) zu einem entsprechend weltmeisterlichen NachDenkSeiten-Gesprächskreis!!

Die Fußball WM sorgt weiterhin für Gesprächsstoff. Ich hatte mir einen Sieg der Portugiesen, der Brasilianer und auch der Argentinier über die deutsche Mannschaft nicht unüberlegt gewünscht. Ich hätte uns gerne die grausamen Bilder erspart, die nach dem siegreich absolvierten Endspiel dann doch über uns kamen: Deutsche Fußballspieler flanieren an Bundespräsident und Bundeskanzlerin vorbei und herzen und beglückwünschen sich gegenseitig. Und als ob das noch nicht ekelhaft genug wäre…. „Das war ein Nervenspiel, ich habe so gezittert und gebebt und mich gefragt: Wo ist die Mannschaft, die Brasilien mit 7:1 niedergemacht hat?„, gab der Bundesgauckler zum Besten und machte damit mal wieder herrlich klar, wie er „Freiheit“ definiert, nämlich als „meine“ oder „unsere Freiheit“ mit je nach Kontext chauvinistischem oder nationalistischem, wenn nicht gar militaristischem Beiklang…

Vergangenen Donnerstag Abend ging die konstituierende Sitzung des Ortsbeirats Mainz-Neustadt in ein heftiges Unwetter über, sodass ich mich nicht auf den Weg rüber ins „Jack Inn“ machen konnte. Ich bitte alle um Entschuldigung, die möglicherweise auf mich gewartet haben, da ich ein – wenn auch verspätetes – Hinüberkommen die Woche zuvor avisiert hatte! Sorgen hat sich hoffentlich niemand gemacht – die Stadt Mainz hat uns mit drei überraschend köstlichen Weinen überreichlich versorgt! 😉
Metzger Peter Leussler hat übrigens doch keine Antrittsrede gehalten…

Weitere Themen sind die aktuelle Studie der Otto-Brenner-Stiftung über das Verhalten von BILD und die BamS im Wahlkampf 2013, zwei bloße Hinweise des Tages auf den NachDenkSeiten vom 15. Juli 2014, die aufgrund ihrer Wichtigkeit eigentlich eigene Beiträge sein müssten (bitte selber raussuchen! 😉 ) und natürlich die grandiose NDS-Artikelserie „Die Verkehrung der Welt in mehreren Akten“ in drei Teilen von und mit Karl-Heinz Klär.

Mit freundlichen Grüßen
Manfred

FAZ über Unternehmen mit Anlageproblemen und beliebte Zweitjobs

Posted in Hinweise, Medien, NachDenkSeiten on 16. Juli 2014 by denknachmainz

Auf den „Hinweisen des Tages“ der NachDenkSeiten vom 15. Juli 2014 finden sich gleich zwei Themen, Unternehmensliquidität und Zweitjobs, die unter dem Gesichtspunkt der Meinungsmache so wichtig sind, dass sie eigene Beiträge verdienten – zumal beide dasselbe Medium betreffen, nämlich die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ)!

Auch Unternehmen plagen sich mit Anlageproblemen

In unschuldiger Offenheit bestätigt die FAZ die Aussagen von [Heiner] Flassbeck: dass die Großunternehmen heutzutage nicht Nettoschuldner sind (wie es richtig wäre), sondern Nettogläubiger„, kommentiert NDS-Leser J.A. den – eigentlich vom FINANCE-Magazin übernommenen – FAZ-Beitrag „Auch Unternehmen plagen sich mit Anlageproblemen“ (dessen URL einen sich alternativ anbietenden Titel „CFOs haben Anlageprobleme“ featured). „Die Situation ist völlig absurd und das Resultat einer gescheiterten Politik. Seit Kohl und Schröder wurde behauptet, dass Unternehmen höhere (Real-)Investitionen leisteten, wenn man ihnen nur einen größeren Teil des Volkseinkommens überließe. Empirisch wird hier das Gegenteil berichtet: an (Real-)Investitionen wird nicht im Traum gedacht; die Unternehmen verhalten sich wie Zockerbanken. Weil sie zu viel Geld haben und nicht einmal Anlagemöglichkeiten sehen, die höher als eine mickrige Festgeldverzinsung von 1 Prozent rentieren.“ (Hervorhebungen von mir)

Zweitjobs immer beliebter

„JK“ kann hier einen herausragenden FAZ-Leserkommentar zitieren und bewertet: „Hier stimmt der Spruch der FAZ, dass dahinter immer ein kluger Kopf steckt. Die Leser der FAZ sind offenbar weniger ideologisch vernagelt als deren (Wirtschafts)[R]edakteure“, nämlich:

„Klar, ältere Menschen bekommen immer weniger Geld und müssen ihre Rente aufbessern, werden viele jetzt mosern. Stimmt nicht ganz. Die machen das aus Spaß. Denn es sind ja Renter, die müssen also nicht mehr arbeiten.
Niedriglohnjobs immer beliebter
Klar, die Arbeitsangebote werden weniger und für Singles/Alleinerziehende ist der Verdienst ja immer noch mehr als Hartz-IV, werden etliche behaupten. Alles falsch. Die Wirtschaft brummt, Fachkräft werden überall gesucht. Schon für 2 Euro die Stunde!
Sterben immer beliebter
Klar, die Lebenserwartung sinkt wieder, vor allem bei Geringverdienern und das hängt zusammen, werden einige behaupten. Stimmt aber nicht. Die wollen nur aufhören, wenn es am schönsten ist. Und das ist ja das Alter, wie hier bewiesen wurde.
Medien immer unbeliebter
Klar, die schreiben nur aus dem Elfenbeinturm und versuchen, die politisch gewollte Massenverarmung argumentativ zu untermauern, werden viele sagen. Stimmt.“

Wie dreist hier von der „Qualitätspresse“ relativiert wird, belegt der Textausschnitt, der auch in den NDS-Hinweisen zitiert wird:

„Eine steigende Zahl von Arbeitnehmern in Deutschland geht neben ihrem Hauptberuf einem Minijob nach. In den drei Jahren von Ende 2010 bis Ende 2013 hat sie sich um mehr als 210.000 oder fast 10 Prozent auf 2,68 Millionen erhöht. Das zeigen neue Daten der Bundesagentur für Arbeit, die der F.A.Z. vorliegen. Die Zahl der Erwerbstätigen, die ausschließlich einen Minijob haben, ist dagegen seit 2010 um fast 2 Prozent auf 4,83 Millionen geschrumpft.
Nach einer beliebten Lesart belegt diese Entwicklung, dass Arbeit in Deutschland immer schlechter bezahlt sei. Immer mehr Arbeitnehmer seien auf eine Nebentätigkeit angewiesen, weil der Lohn aus ihrem Hauptberuf nicht mehr zum Leben ausreiche – so schallte es dazu in den vergangenen Jahren regelmäßig aus Gewerkschaften, Grünen und Linkspartei.
Ein genauerer Blick auf die Daten der Arbeitsagentur zeigt indes, dass mit dieser Lesart etwas nicht stimmen kann – schon gar nicht, wenn man gleichzeitig die Ansicht vertritt, dass immer mehr junge Berufseinsteiger in prekäre Arbeitsverhältnisse gedrängt würden: Interessanterweise sind es in allererster Linie die älteren Arbeitnehmer, die sich in wachsender Zahl für einen Minijob neben ihren Hauptberuf interessieren.“