Archive for the Gewerkschaften Category

Gesprächskreis am 1. Oktober 2015

Posted in Gesprächskreistermine, Gewerkschaften, NachDenkSeiten on 1. Oktober 2015 by denknachmainz

Werte Mitstreiterinnen und Mitstreiter,
liebe Interessierte am Mainzer NachDenkSeiten-Gesprächskreis!

Am heutigen Donnerstag, den 1. Oktober 2015, kommt der Mainzer NachDenkSeiten-Gesprächskreis um 19:30 Uhr wie gewohnt im „Jack Inn“ (Feldbergstr. 3 am Sömmerringplatz) zusammen!

Wieder kommen schwergewichtige Diskussionspunkte auf uns zu:

Jens Berger hat auf den NachDenkSeiten einen Artikel veröffentlicht, in dem er Bundeskanzlerin Merkel entgegenhält: „Wir schaffen das … nicht“.

Dass wir es nicht schaffen, kann man so verstehen, dass „wir“ Flüchtlinge nicht in den zu erwartenden Mengen aufnehmen können (es also eine Obergrenze gibt, gegen die sich etwa Katja Kipping bei Maybrit Illner gewehrt hat) oder dass der Staat an der Organisation der Aufnahme oder spätestens der Integration scheitern wird, wofür dann aber Merkel verantwortlich zu machen wäre. Erste Hürde ist schließlich die Personalausstattung der mit der Problemlösung betrauten Behörden, und da sehe ich keine sonderliche Bewegung.

In der Tarifrunde Soziales und Erziehung (S&E) wurde verkündet, dass die Arbeitgeber das Schlichtungsergebnis nachgebessert hätten und die für Oktober angekündigten KiTa-Streiks abgesagt worden wären. Der ver.di Chef Frank Bsirske sagte u.a.: „Wir bedauern, dass es nicht gelungen ist, für Sozialarbeiter außerhalb des allgemeinen Sozialdienstes mehr zu erreichen, als in der Schlichtungsempfehlung vorgesehen war.“

Wie kann er so etwas von sich geben, noch bevor die erste Streikaktion über die Bühne gegangen ist? Noch ehe die Tarifkommission, die Streikdelegiertenkonferenz oder die streikwilligen Mitglieder in den KiTas und erst recht in den sozialen Diensten gefragt worden wären? Auch die GEW hat Streiks erst einmal abgesagt. Die Antwort auf meine entsetzten Tweet: „Unsere Mitglieder können jetzt auf der Urabstimmung über die Annahme dieses Kompromisses selbst entscheiden.“ Dabei hatte ich mich in meinem Tweet bereits darauf bezogen… Meine lakonische Rückantwort: „Viel Geld für das zu erwartende #LMAA…“
Wollen Gewerkschaften nicht Mitglieder gewinnen? So verlieren sie sie…

Auf gute Diskussionen!

Mit freundlichen Grüßen
Manfred Bartl

Einige Links zu Arbeitsmarktthemen

Posted in Gewerkschaften, NachDenkSeiten on 6. November 2013 by denknachmainz

Die NachDenkSeiten haben in den letzten Tagen einige hervorragende Artikel zu Arbeitsmarktthemen wie Mindestlohn, „Sozialer Arbeitsmarkt“ und die sozialpolitische Bilanz von Christoph Butterwegge verlinkt. Hier eine Link-Sammlung:

Eine dringende Frage an neoklassisch ausgebildete Ökonomen
Heiner Flassbeck antwortet auf Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung.

„Sozialer Arbeitsmarkt“ – Ein noch gigantischerer und zudem entwürdigenderer Niedriglohnsektor
Helga Spindler zeigt, dass es nach Ein-Euro-Jobs und „Bürgerarbeit“ mit dem „sozialen Arbeitsmarkt“ und dem „Passiv-Aktiv-Transfer“ noch schlimmer kommen wird.

Die Hürde nach dem Ziel
Thorsten Schulten vergleicht die Wirksamkeit von Mindestlohnmodellen im weitesten Sinne.

“Wir sind noch nicht durch” oder: Das ganze Elend deutscher Wirtschaftsideologie
Friederike Spiecker über die Tiefen der deutschen Misere.

USA üben scharfe Kritik an deutscher Handelspolitik
Dazu Klartext vom US-Finanzministerium: deutsche Wirtschaftspolitik ist eine Gefahr für die Weltwirtschaft!

Von unten nach oben
Christoph Butterwegge zieht eine sozialpolitische Bilanz der vergangenen Regierungsperioden und des sich in CDU/CSU/SPD-Sondierungsgesprächen abzeichnenden Horrors.

Das systemische Risiko der Dummheit
Yvonne Hofstetter stellt die Risiken des Hochfrequenzhandels dar.

Einladung zum EXTERNEN Gesprächskreis und Flassbeck

Posted in Gesprächskreistermine, Gewerkschaften, LINKE on 26. August 2013 by denknachmainz

Werte Mitstreiterinnen und Mitstreiter,
liebe Interessierte am Mainzer NachDenkSeiten-Gesprächskreis!

Der nächste NachDenkSeiten-Gesprächskreis findet aufgrund der Podiumsdiskussion „Gute Arbeit statt prekärer Beschäftigung“ von ver.di und DGB mit den BundestagskandidatInnen und mit dem Referenten Günter Wallraff im Haus am Dom (Liebfrauenplatz 8) statt, und zwar am Donnerstag, den 29. August 2013 ab 18 Uhr. Im „Jack Inn“ treffen wir uns voraussichtlich wieder am 5. September um 19:30 Uhr.

Schon morgen, am Dienstag, den 27. August 2013, um 19.30 Uhr spricht Prof. Dr. Heiner Flassbeck zum Thema

Die Schuld des Schuldners – warum die aktuelle Wirtschaftspolitik versagt

im Saal des Georg-Buch-Hauses, Wellritzstraße 38 A in Wiesbaden.

Dr. Michael Forßbohm lädt im Namen der Rosa-Luxemburg-Stiftung Hessen – gemeinsam mit der Buchhandlung Peter Leucht (Wiesbaden) – ein.
„Der Schuldner ist schuld“, sagen die deutsche Politik und die Medien. „Der Gläubiger ist schuldiger“, sagt Heiner Flassbeck und zeigt, warum die Wirtschaftspolitik so fundamental versagt. Prof. Flassbeck veröffentlicht seine kritischen Analysen und Kommentare zu Wirtschaft und Politik in seinem Blog flassbeck-economics.de.

Zwecks Einstimmung ein Link zur Aufzeichnung einer Podiumsdiskussion u.a. mit Prof. Dr. Heiner Flassbeck(Ökonom und Publizist, Universität Hamburg), Prof. Dr. Fritz W. Scharpf (Dir. em. Max-Planck-Institut, Köln) und Dr. Hans-Jürgen Urban (Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes der IG-Metall, Frankfurt) vom 19.08.2013 in Köln.

Weitere spannende Termine sind etwa der Besuch von Sahra Wagenknecht in der rheinland-pfälzischen Landeshauptsatdt (am 30.08.2013 ab 15 Uhr auf dem Leichhof) und das LINKE Sommerfest tags darauf ab 14 Uhr auf dem Goetheplatz.

Wie versprochen hier die Bus-Informationen zur Demonstration am 7. September 2013: „Flagge zeigen für den Politikwechsel!“ von DGB, ver.di, IG Metall und den anderen DGB-Einzelgewerkschaften in Frankfurt: Abfahrt in Mainz ist um 10:30 Uhr am Parkplatz Bruchwegstadion. Anmeldung für den kostenfreien Bustransfer unter mainz@dgb.de oder 06131 / 2816-0
Die Rückfahrt der Busse ist leider schon für gegen 16 Uhr vorgesehen, obwohl ein Abendprogramm der Gewerkschaftsjugend vielversprechend erscheint. Gewerkschaftsmitglieder bekommen ggf. den Gruppentransfer mit der S-Bahn ausgelegt (Ansage von Astrid Clauss persönlich)…

FLAGGE ZEIGEN FÜR DEN POLITIKWECHSEL

7. SEPTEMBER 2013

http://www.west.dgb.de
http://www.igmetall-darmstadt-mainzworms.de/

Wir alle haben ein Recht auf gute Arbeit Mit starken Tarifverträgen, klaren Regeln, beruflichen Perspektiven und gesunden Bedingungen. Deshalb beziehen wir Position:
Für die Stärkung der Tarifautonomie, einen gesetzlichen Mindestlohn und mehr Mitbestimmung – gegen die Ausweitung prekärer Beschäftigungsverhältnisse.

Wir alle verdienen einen sicheren Ruhestand.
Mit geregelten Übergängen, guter Rente und fairer Finanzierung – denn Armut im Alter ist ein großes Problem. Deshalb beziehen wir Position: Für ein stabiles Rentenniveau, flexible Wege vom Erwerbsleben in die Rente und einen Ruhestand in Würde und finanzieller Sicherheit – gegen die Rente mit 67.

Wir alle wollen in einem sozialen Europa leben.
Mit einem gerechten Arbeitsmarkt, menschlichen Leitwerten und demokratischer Mitbestimmung. Damit wir eine Zukunft haben. Deshalb beziehen wir Position: Für mehr Mitbestimmung, Transparenz und Beteiligung in einem demokratischen Europa – gegen die Aushöhlung von Demokratie und Solidarität.

Wir alle brauchen einen aktiven Staat.
Damit wir ein gutes und sicheres Leben führen können – mit moderner Infrastruktur, einem gute Bildungssystem, nachhaltiger Energiepolitik und stabiler innerer Sicherheit. Deshalb beziehen wir Position: Für solide finanzierte Haushalte, gerechte Umverteilung und einen handlungsfähigen Staat – gegen Spardiktat und Steuerflucht.

Programm

Ab 12:00 | Demonstration
Begrüßung am Baseler Platz – Demozug durch die Innenstadt
– Zwischenkundgebung an der EZB – Redebeiträge
u.a. von Jürgen Bothner und Dietmar Muscheid –
Musik und Aktionen

Von 14:00 bis 16:00 | Hauptkundgebung
Familienfest – Live Aktionen –Workshops – Taping Action –
kulinarische Stände – Bühnenprogramm – Moderation
OneJiru – Redebeiträge u.a. von Armin Schild und Stefan
Körzell – Musik von Nosliw

Von 18:00 bis 22:00 | Abendprogramm
Revolution-Bildung – Konzert der Gewerkschaftsjugend,
Redebeiträge und Aktionen

Bis Donnerstag verbleibt
mit freundlichen Grüßen
Manfred Bartl

Kein NDS-Kommentar zum ver.di-Positionspapier?

Posted in Gewerkschaften, NachDenkSeiten on 3. Dezember 2010 by denknachmainz

Verwundert habe ich — aktiv im Vorstand des ver.di Bezirkserwerbslosenausschusses Rhein – Nahe – Hunsrück, im ver.di Landesbezirkserwerbslosenausschuss Rheinland-Pfalz/Saar und im ver.di Bezirksvorstand Rhein – Nahe – Hunsrück — mir heute (2. Dezember) die Augen gerieben, als ich unter Punkt 16 der „Hinweise des Tages“ der NachDenkSeiten lediglich eine Nachricht zum Positionspapier „Internet und Digitalisierung – Herausforderungen für die Zukunft des Urheberrechts“ des ver.di-Bundesvorstands über — in meinen Worten — die „Herausforderungen des Urheberrechts in der Zukunft“ fand, ohne dass diesem absurden Papier auch nur irgendein Kommentar zur Seite gestellt worden wäre, geschweige denn den ätzend-beißenden Verriss, den es verdient hätte. Was ist los mit den NachDenkSeiten?

Hier ist mein Kommentar zum Positionspapier aus dem Mitgliedernetz von ver.di:

Dieses „Positionspapier“ gehört direkt ins Altpapier! Hoffentlich dringt es nicht nach draußen! Es ist schon starker Tobak, sowas auch nur den ver.di-Mitgliedern zuzumuten! Als ich über Twitter erstmals davon hörte, war es so negativ konnotiert, dass mir schon Übles schwante, aber die Realität übertrifft alle Vorahnungen noch…Wenn wir über das bedingungslose Grundeinkommen diskutieren, ahnen wir – auch ich als Befürworter -, dass es so wahrscheinlich nicht kommen wird, schon gar nicht so einfach, wie es die überzeugende Substanz dieser Idee (deren Zeit gekommen ist, wie Götz Werner richtig feststellt) nahelegt. — Wenn die Autor/innen geglaubt haben, über die Wissensgesellschaft zu diskutieren, haben sie offenkundig keine Ahnung davon, wie weit der Wandel hin zur Gesellschaftsformation der Wissensgesellschaft schon fortgeschritten ist! Menschen, die das Prinzip der Wissensgesellschaft verstanden haben und leben, werden von den Autor/innen als „jugendliche Nutzer/innen“ – was wohl einen Euphemismus für „unerzogene Kinder“ darstellen soll -, als „Unwissende“ gar oder nicht-bewertend als „Leute mit ‚Alles-umsonst-Mentalität'“ tituliert. Dabei definieren sie weder Urheberrechte noch die „Alles-umsonst-Mentalität“. Es wird gar ein Zensursula-STOP-Schild für „illegale Angebote“ gefordert und damit die gesamte Zensursula-Diskussion ignoriert!

Mit dem Computer als universelles Produktionsmittel und der Wissensgesellschaft als Wissenskommunismus werden meine gewerkschaftlichen Bestrebungen sein, diese aus Sicht der Arbeiterklasse begrüßenswerten Entwicklungen auf alle Gesellschaftsbereiche auszudehnen. Mit dem urheberfeindlichen, Zensursula hoffähig machenden, letztlich die Position der Verwertungsgesellschaften einnehmenden und damit Arbeitgeberpositionen verwendenden Positionspapier des ver.di-Bundesvorstandes werde ich mich nicht eine Sekunde länger beschäftigen — es höchstens als abschreckendes Beispiel verwenden!

Informiert Euch bitte über die Bedeutung der absurden Idee, STOP-Schilder vor „illegale“ Inhalte zu setzen, weswegen schon Ursula „Zensursula“ von der Leyen heftigst attackiert worden war, weil das die Einrichtung einer ZENSUR-Infrastruktur bedeuten würde!

Pointierte Bewertungen des Positionspapiers finden sich im Internet etwa bei netzpolitik.org und iRights.info.

Der ver.di-Bundesvorstand schreibt: „Ziel ist technische Instrumente zu finden, die es ermöglichen, dass beim Aufruf einer Seite mit illegalen Angeboten ohne Registrierung der Nutzer/innen-IP auf dem Monitor eine – von dazu legitimierten Institutionen vorgeschalteter – Information über die Rechtswidrigkeit des Angebots und dessen Nutzung erscheint.“

  • netzpolitik.org kommentiert dazu: „ver.di und Internet: Im Zweifelsfall gilt hier das Prinzip ‚Denn sie wissen nicht, was sie tun‘.
  • Und weiter – übertrieben zwar, aber in der Sache durchaus angemessen: „Noch Mitglied bei ver.di? Vor dem Austreten kann man sich auch nochmal beschweren!
  • Ein ähnlich schlussfolgernder Leserkommentar: „Man kann vielleicht so zusammenfassen: ver.di katapultiert sich aus dem 21. Jahrhundert! Und tschuess…
  • Ein passender Leserkommentar zur Ironie des Positionspapiers: „[Ein]e Datenschutz- und Bürgerrechts-Demo [„Freiheit statt Angst“] zu unterstützen und dann sowas fordern, passt nicht wirklich zusammen.
  • Ein global kritisierender Leserkommentar: „Witzig, wenn die Gewerkschaften gegen ‚Neoliberalismus‘, ‚Turbokapitalismus‘ und ‚Heuschrecken‘ hetzen, stimmt alles. [S]obald sie aber Schwachsinn wie diesen fordern, verwandeln sie sich offenbar in Schoßhunde des Kapitals.
  • Auch Arne Babenhauserheide meldet sich zu Wort: „Ich denke gerade zum zweiten Mal in einer Woche ernsthaft über einen Austritt aus ver.di nach. – Warum bin ich Mitglied bei denen, wenn sie meine Rechte beschneiden wollen, statt für sie einzutreten?

Ähnliche Gedanken hegte auch ich angesichts dieses wahrhaft desaströsen Positionspapiers, nahm allerdings von einem Austritt aus ver.di Abstand. Ich bin nicht Gewerkschafter geworden, um gleich wieder auszutreten. Es ist vielmehr an der Zeit, dass ich das Selbstverständnis als Vertretung der Arbeiterklasse wieder in ver.di und allgemein in die Gewerkschaften hineintrage!

Die qualitätsverlustfreien Kopiermöglichkeiten digitaler Inhalte, gekoppelt mit einem weltweit zugänglichen Netzwerk, dem Internet, und einem gesellschaftlich progressiven Überbau, der Wissensgesellschaft, eröffnet dem „lesenden Arbeiter“ so viele Chancen, das Joch des Kapitals ein für allemal abzustreifen, dass man sich nicht ausgerechnet von einer Gewerkschaft ein solches Positionspapier bieten lassen sollte, das in erster Linie die Interessen der Verwertungsgesellschaften bedient!

1. Mai in Mainz wieder in der Öffentlichkeit

Posted in Gewerkschaften with tags , , on 7. April 2010 by denknachmainz

Nachdem der Mainzer 1. Mai – und damit der Tag der Arbeit – vor zwei Jahren als bundesweite Zentralveranstaltung des DGB in der „alten Patrone“ weit abseits der Öffentlichkeit „gefeiert“ worden und vor einem Jahr wegen einem Grüppchen NeoNazis schlicht ins Wasser gefallen war (weil man auf dem Innenhof des DGB-Hauses nicht von einer 1.-Mai-Veranstaltung sprechen kann), findet der 1. Mai 2010 auf dem Marktplatz, am Mainzer Dom, also inmitten der Öffentlichkeit, statt! Das freut alle sozial Bewegten sehr! Darum meine Bitte, liebe Mainzerinnen und Mainzer, ignoriert alle kurzweiligen und zerstreuenden Belustigungsangebote, die an einem solchen Feiertag nur Eure Zeit totschlagen sollen, und strömt stattdessen massenhaft auf den Marktplatz (und in die Umgegend), um Euch aktiv mit den Themen Gute Arbeit und Rente ab 67, Arbeiterbewegung, Arbeiterklasse und Klassenkampf auseinanderzusetzen!