Gesprächskreis am 10. März 2016

Posted in Uncategorized on 10. März 2016 by denknachmainz

Werte Mitstreiterinnen und Mitstreiter,
liebe Interessierte am Mainzer NachDenkSeiten-Gesprächskreis!

Am heutigen Donnerstag, den 10. März 2016, trifft sich der Mainzer
NachDenkSeiten-Gesprächskreis wie gewohnt) um 19:30 Uhr im „Jack Inn“
(Feldbergstraße 3, 55118 Mainz).

Die Diskussionen heute drehen sich neben den aktuellen Ereignissen (Gregor Gysi in Mainz, Aktionstag „AufRecht bestehen!“ heute) um die Entwicklungen auf den NachDenkSeiten. Der Artikel „Merkels Popularität gründet auf Vergessen, Ausblenden und dem Wunsch, dazu zu gehören“ von Albrecht Müller ist – wie die letzte Zeile besagt – keine x-beliebige Veröffentlichung unter vielen Blog-Artikeln, sondern ein Appell. Den Artikel „Der Flüchtlingsgipfel von Wolkenkuckucksheim“ beschließt Jens Berger mit der aufwühlenden Aussage: „Traurig aber wahr – die Humanität ist tot, Europa ist tot. Die Flucht ins Wolkenkuckucksheim ändert daran auch nichts.“ Intellektuelle, die Appelle und Endzeitstimmung verbreiten, sind unzweideutige Hinweise auf die Apocalypse… Na ja, also auf die Endzeit!😉 Die Wahl am kommenden Sonntag, die natürlich auch Thema sein wird, verspricht in diesem Sinne ja vor allem eines: keine Lösung, eigentlich nicht einmal Hoffnung zu bringen…

Gut, dass wir das nicht in bierernster Runde besprechen müssen…

Wir sehen uns!

Mit freundlichen Grüßen

Manfred Bartl

Organisator des Mainzer NachDenkSeiten-Gesprächskreises

Gesprächskreis am 17. Dezember

Posted in Uncategorized on 17. Dezember 2015 by denknachmainz

Werte Mitstreiterinnen und Mitstreiter,
liebe Interessierte am Mainzer NachDenkSeiten-Gesprächskreis!

Am heutigen Donnerstag, den 17. Dezember 2015, kommt der Mainzer NachDenkSeiten-Gesprächskreis um 19:30 Uhr im „Jack Inn“ (Feldbergstr. 3 am Sömmerringplatz) zu seinem letzten Treffen im Jahr 2015 zusammen. Die nächsten Donnerstage fallen auf den 24. und 31.12., Termine, die sich mit einem NachDenkSeiten-Gesprächskreis leider nicht verbinden lassen, und auch der 7. Januar wird keinen NachDenkSeiten-  Gesprächskreis sehen, da er noch in den Schulferien liegt.

Das große Thema sind die beiden Parteitage von SPD und CDU dieser Tage und ihre Rezeption in den Medien. Die (Wieder-)Wahl Sigmar Gabriels zum SPD-Vorsitzenden konnte ich etwa live auf n-TV verfolgen und war schockiert, wie offenkundig der „Bericht“ von Heiner Bremer als Kommentar rüberkam. Ein Viertel der SPD-Delegierten habe sich gegen die Regierungsfähigkeit entschieden (indem sie Gabriel nicht wählten). Was vom Beschluss zu TTIP zu halten ist, hat Albrecht Müller ausführlich erläuert. Auf der anderen Seite gelang es der CDU-Vorsitzenden mit Leichtigkeit, sich mit dem Slogan „Wir schaffen das“ anhand von deren uneingeschränkt positiven Aussagen in die Ahnenreihe der CDU-Bundeskanzler einzufügen und damit ihre Gegner in der eigenen Partei, aber auch den immerzu blaffenden Seehofer in die Schranken zu weisen und ein Bild der Geschlossenheit zu vermitteln.

Dauern wird der NachDenkSeiten-Gesprächskreis heute maximal bis 23 Uhr, weil um 23:15 Uhr der Talk bei Maybrit Illner beginnt: Die gespaltene Republik – wohin führt Merkel Deutschland? mit Katja Kipping – übrigens gegen Michael Fuchs (CDU) und Jan Fleischhauer (SPON)😉

Abschließend möchte ich noch auf einen Termin hinweisen:

Am Freitag, den 18.12.15 um 18 Uhr referiert mit Andreas Kemper ein
ausgewiesener Kenner und Kritiker der rechtsradikalen Szene im
Julius-Lehlbach-Haus (DGB), Kaiserstraße 26-30 zu den

Ursachen des Rechtsrucks in der politischen Landschaft am Beispiel der
AfD und ALFA in Rheinland-Pfalz

In Kooperation mit LINKSWÄRTS, attac Mainz, dem
Landesmigrationsausschuss und dem Landesbezirkserwerbslosenausschuss von ver.di Rheinland-Pfalz-Saarland, Save Me, No Deportation Mainz,
Courage und der DFG-VK.

Seit 2010 mit einer nie zuvor dagewesenen Medienkampagne von Bertelsmann, BILD, SPIEGEL usw. Thilo Sarrazins rassenhygienischen Behauptungen normalisiert wurden, haben wir einen künstlich gedüngten Boden für das beharrliche Wachstum einer faschistoiden Partei. Neurechte Politiker wie Björn Höcke von der „Alternative für Deutschland“ bedanken sich daher noch heute in ihren rassistischen und faschistischen Reden für Sarrazins Vorstoß.

Dabei waren Sarrazins Thesen nicht neu, sondern platte Plagiate der bevölkerungsbiologischen rassistischen Neuen Rechten. Neu war, dass die Mainstreammedien ausgerechnet zu Beginn der Wirtschaftskrise die Zeit für gekommen hielten, Rassismus und Bevölkerungsbiologie zu enttabuisieren, die Inhalte faschistischer Kleinverlage in Millionenbestseller zu verwandeln. Diese Inhalte stellen sich als konsequente Radikalisierungen der Regierungspolitik dar, die 1993 in der Asyl-, 2004 in der Arbeits- und 2006 in der Familienpolitik sozialpolitische durch bevölkerungspolitische Orientierungen ersetzten.

Im Vortrag wird dargestellt, wie die Neue Rechte in den letzten fünf Jahren stärker werden konnte, welche Spannungen es in der Neuen Rechten gibt und wie Pegida und vor allem die Alternative für Deutschland als Instrumente der Neuen Rechten in Erscheinung treten.

Ich wünsche Ihnen und Euch besinnliche Feiertage und ein gesundes und erfolgreiches Neues Jahr!

Mit freundlichen Grüßen
Manfred Bartl

Hinweis auf Unterwerfung als Freiheit

Posted in Hinweise, Literatur on 23. November 2015 by denknachmainz

Heute wurde auf den NachDenkSeiten in den Hinweisen des Tages ein Interview von Jens Wernicke mit Patrick Schreiner bei „Le Bohemien“ verlinkt. Thema des Interviews ist der Erfolg des Neoliberalismus anhand des Buches „Unterwerfung als Freiheit“ von Patrick Schreiner (Jahrgang 1978, Politikwissenschaftler, Publizist und hauptamtlicher Gewerkschafter).

„Der Neoliberalismus ist als Gesellschaftsideologie ein Phänomen“, leitet Jens Wernicke das Interview ein und reiht zur Illustration einige Politik-Issues auf, bei denen der Neoliberalismus spürbar Fuß gefasst hat. Alle diese Issues sind mit Artikeln und Interviews auf den NachDenkSeiten verlinkt – und gleich das erste ist das Interview mit dem Herausgeber dieses Blogs vom 24. Februar 2015: „Nicht nur macht [der Neoliberalismus] den Armen und Arbeitslosen weis, sie selbst wären an ihrem Elend schuld. Er schafft es auch, dafür zu sorgen, dass das wahre Ausmaß der gesellschaftlichen Armut kaum je an die Öffentlichkeit dringt.“

Der zweite Aspekt beschäftigt sich mit der Studie „Erst 730 Euro Hartz-IV-Satz decken das soziokulturelle Existenzminimum“ von Lutz Hausstein, dessen Interview mit Jens Wernicke am 28. Mai 2015 erschienen war. In diesem Blogbeitrag zum Hinweis auf das Interview taucht dieser Aspekt zwar nur aufgrund der Satzstruktur „Nicht nur …. Auch….“ auf, ich erlaube mir jedoch die inhaltliche Bemerkung, dass es mich nach wie vor wundert, wie überaus assymmetrisch diese beiden Aspekte diskutiert werden, aber auch mein Schwarzfahren für Gerechtigkeit im Vergleich zum Sanktionshungern. Vielleicht macht sich doch einmal jemand Gedanken darüber, dass es keine Vermittlungshemmnisse gibt, weil es nur ein „Denkgift“ im Rahmen von weiteren Naturalisierungs- und Individualisierungs-Strategien, ein „Befriedungsverbrechen“ darstellt. Dass im Jobcenter nicht vermittelt wird und dass die Menschen auf Dauer vom Arbeitsmarkt ferngehalten und abgewöhnt werden…

Gesprächskreis am 12. November 2015

Posted in Gesprächskreistermine on 10. November 2015 by denknachmainz

Werte Mitstreiterinnen und Mitstreiter,
liebe Interessierte am Mainzer NachDenkSeiten-Gesprächskreis!

Am Donnerstag, den 12. November 2015, kommt der Mainzer NachDenkSeiten-Gesprächskreis um 19:30 Uhr wie gewohnt im „Jack Inn“ (Feldbergstr. 3 am Sömmerringplatz) zusammen!

Auch die NachDenkSeiten haben dieses tolle Stück zur Kenntnis genommen, mit dem Patrick Schreiner einen FAS-Artikel von Rainer Hank zerlegt. In „Recht auf Einwanderung?“ versuchte jener, das Konzept der
„Nation“ zur Hilfe zu nehmen, um Deutschland ein Recht zuzusprechen, die Zahl der Flüchtlinge zu begrenzen, sei es absolut durch geschlossene Grenzen oder mit humanistisch noch grenzwertigeren „Einreisezentren“/ „Transitzonen“, sei es durch irgendwelche Relativierungen wie die Verteilung auf andere EU-Staaten nach irgendwelchen Pseudokriterien. Patrick Schreiner macht diese Absicht zunichte, indem er den Neoliberalsismus auf seine anti-kollektivistischen Wurzeln zurückspiegelt: „Offenbar ist es auch für (Neo-) Liberale notwendig oder wünschenswert, ‚Nation‘ und Nationalstaat in der beschriebenen Weise hochzuhalten. Trotz allem Individualismus und trotz der angeblichen Gleichheit der Menschen am Markt bestärkt auch der (Neo-) Liberalismus immer wieder den Glauben an angeblich natürliche ’nationale‘ und ‚kulturelle‘ Unterschiede zwischen den Menschen. Auch wenn Hank selbst nicht ausgrenzend argumentiert, so stellt sein Denken damit doch Einfallstore für ausgrenzendes Denken bereit.“

Aber nicht mit uns!😉

Dass die FAZ mittlerweile sogar für Real-Satire taugt, zeigt dieser von den NachDenkSeiten aufgespießte Artikel, der einfach mit „Traumfrau“ überschrieben ist:
„Der Schlüssel zu einer Antwort ist ein sehr persönlicher Satz, der persönlichste im Verlauf der Flüchtlingskrise und vielleicht ihrer ganzen Amtszeit. ‚Ich muss ganz ehrlich sagen: Wenn wir jetzt noch anfangen müssen, uns dafür zu entschuldigen, dass wir in Notsituationen ein freundliches Gesicht zeigen, dann ist das nicht mein Land‘, sagte [Merkel] im September. ‚Dann ist das nicht mehr mein Land‘: Damit deutete sie die Möglichkeit an, dass sie dem Volk ihr Vertrauen auch entziehen könnte.“

JK merkt dazu an: „Ein völlig irrer Artikel des FAZ-Schreibers Ralph Bollmann.“

Die Schreibweise „Real-Satire“ verwendete ich deswegen:

Nach dem Aufstand des 17. Juni // Ließ der Sekretär des
Schriftstellerverbands // In der Stalinallee Flugblätter verteilen //
Auf denen zu lesen war, daß das Volk // Das Vertrauen der Regierung
verscherzt habe // Und es nur durch verdoppelte Arbeit //
Zurückerobern könne. Wäre es da // Nicht doch einfacher, die Regierung // Löste das Volk auf und // Wählte ein anderes?

(Bertolt Brecht)

Und wenn wir schon Kämpferisches lesen:
Sebastian Puschner: „Unser Freund, der Neoliberalismus“

Auf gute Diskussionen!😉

Mit freundlichen Grüßen
Manfred Bartl

Naturalisierung und Individualisierung

Posted in Hinweise, Literatur, Medien on 10. November 2015 by denknachmainz

Jens Wernicke und Torsten Bultmann haben das BdWi-Studienheft „Naturalisierung und Individualisierung. Beiträge der Wissenschaft zur Legitimation von Armut und Ausgrenzung“ herausgebracht. Leitgedanke waren sog. „Befriedungsverbrechen„, wie Franco Basaglia, ein Vertreter der italienischen Anti-Psychatrie, diese Art „Wissenschaft“ genannt und sie als „Dienstbarkeit der Intellektuellen“ angeprangert hat. In vielen Bereichen wissenschaftlicher Begleitung gesellschaftlicher Phänomene werden Entwicklungen pathologisch oder soziopathisch umgedeutet, sodass Ursachen an Individuen festgemacht und ihnen zum Teil als Schuld, zum Teil als Krankheit angelastet werden, die eigentlich Auswirkungen gesellschaftlicher (Fehl-)Entwicklungen sind. Die Rede ist etwa von Dyskalkulie, Dyslexie, Legasthenie, Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS), Hoch- oder Minderbegabung bzw. Bildungsferne – zuletzt sogar die Trauer über den Tod eines nahen Menschen, die schon als Krankheit gilt, wenn sie länger als 14 Tage währt. Was aber pathologische Ursachen habe, so diese „Schule“, könne man durch therapeutische oder medikamentöse Ansätze wieder heilen oder, um es mit Götz Eisenberg zu sagen: „Das abgesprungene Rad wird einfach wieder an den Wagen montiert“. Im Endresultat werden die gesellschaftlichen Entwicklungen ausgeblendet und quasi negiert; niemand nimmt sich ihrer mehr an.

In diesem Sinne ist diese Veröffentlichung zugleich Ermutigung wie Provokation.

Provokation, weil die Autorinnen und Autoren viele übliche Erklärungsansätze des akademischen Mainstreams, die gesellschaftliche Verhältnisse ausblenden und soziale Problemlagen allzu oft personalisieren und also individualisieren, kritisch hinterfragen und die Thesen wagen, dass es Rechtschreibschwäche, ADHS etc. sowie soziale Differenzen erklärende genetische Unterschiede zwischen Menschengruppen gar nicht gibt, sondern solche Konstrukte vielmehr Ablenkung vom Eigentlichen sind.

Und Ermutigung, weil wir gemeinsam sehr wohl herausfinden können, was ein freudvolleres, lebenswerteres Leben ausmachen kann, das mehr auf Kooperation denn auf Konkurrenz ausgerichtet ist, mehr auf Ermutigung denn auf normierende Erziehung und mehr auf Neugier denn auf Leistungssteigerung.

Info zur Neuerscheinung hier:
jensewernicke.wordpress.com/2015/10/26/bdwi-studienheft/

Versandkostenfreie Bestellung für max. 8 Euronen hier: www.bdwi.de/verlag/bestellen/index.html.

Ergänzende Informationen zum „Befriedungsverbrechen“ mittels „Vermittlungshemnnissen“, dem Interview der NachDenkSeiten mit Manfred Bartl unter dem Titel:
Die Hartz IV-Ideologie

Gesprächskreis am 29. Oktober 2015

Posted in Gesprächskreistermine with tags , , , , , on 28. Oktober 2015 by denknachmainz

Werte Mitstreiterinnen und Mitstreiter,
liebe Interessierte am Mainzer NachDenkSeiten-Gesprächskreis!

Am Donnerstag, den 29. Oktober 2015, kommt der Mainzer NachDenkSeiten-Gesprächskreis um 19:30 Uhr wie gewohnt im „Jack Inn“ (Feldbergstr. 3 am Sömmerringplatz) zusammen!

Die Verschärfung des Asylgesetzes wurde mit der Mehrheit der GroKo durchs Parlament gepeitscht. Das Verhalten der einzelnen Bundestagsabgeordneten, insbesondere das skandalöse Lavieren der GRÜNEN, ergibt sich aus dieser enhanced Info-Grafik.

Etwas klarer sind die Verhältnisse bei der Vorratsdatenspeicherung, die der Bundestag unter dem Deckmantel eines „Gesetzes zur Einführung einer Speicherpflicht und einer Höchstspeicherfrist für Verkehrsdaten“ erneut beschlossen hat, via dieser enhanced Info-Grafik.

Hier kann man sich Verfassungsbeschwerde gegen die Vorratsdatenspeicherung anschließen!

Mittlerweile ist ein Referentenentwurf für die schon länger geplanten „Rechtsvereinfachungen“ im SGB II (Hartz IV) veröffentlicht worden. Welcher Gedanke von Rechtsvereinfachung dahinter steht, wird gleich auf Seite 2 deutlich:

D. Haushaltsausgaben ohne Erfüllungsaufwand
Dem Bund entstehen durch die Regelungen insgesamt Minderausgaben in Höhe von rund 125 Millionen Euro jährlich.
Der Bundesagentur für Arbeit entstehen durch die Regelungen insgesamt Mehrausgaben in Höhe von ca. 210 Millionen Euro jährlich.
Die Kommunen werden durch die Neuregelungen insgesamt nicht belastet.

E. Erfüllungsaufwand

E.1 Erfüllungsaufwand für Bürgerinnen und Bürger
Die Bürgerinnen und Bürger werden durch die Neuregelungen insgesamt um rund 24 Millionen Stunden Erfüllungsaufwand pro Jahr entlastet. Zudem ergeben sich finanzielle Entlastungen in Höhe von rund 5 Millionen Euro jährlich.

E.2 Erfüllungsaufwand für die Wirtschaft
Keiner.

E.3 Erfüllungsaufwand der Verwaltung
Der Erfüllungsaufwand der Träger der Grundsicherung für Arbeitsuchende reduziert sich durch die Neuregelungen um rund 39 Millionen Euro jährlich.

Was lesen wir nämlich daraus?

In der öffentlichen Gesamtbilanz stehen 164 Millionen Euro Minderausgaben oder geminderter Erfüllungsaufwand pro Jahr Mehrausgaben in Höhe von ca. 210 Millionen Euro jährlich entgegen. Die „Rechtsvereinfachung“ erhöht also den bürokratischen Aufwand und verteuert das ganze Hartz IV-Prozedere!

Auch die Bilanz auf Seiten der Bürger_innen reißt es nicht heraus.
Monetär trägt die Entlastung ohnehin nur 5 Millionen Euro zur Gesamtbilanz (auf dann 169 Millionen Euro) bei. Spannender ist die Einsparung beim – bei Hartz IV-Beziehenden leider nicht geldwerten – Erfüllungsaufwand. Mit welchen Dimensionen rechnet das Bundesministerium für Arbeit und Soziales da? (Bitte hinsetzen!) Und zwar beträgt die auf „rund 24 Millionen Stunden pro Jahr“ geschätzte Einsparung an Erfüllungsaufwand bei den Bürger_innenn umgerechnet 3 Millionen Personentage oder 150.000 Personenmonate oder schließlich 15.000 Personenjahre (wobei 1 Personenjahr aus 10 Personenmonaten mit je 20 Personentagen à 8 Personenstunden besteht*).

Fünfzehntausend Vollzeitstellen, die Bürger_innen derzeit unentgeltlich in den bürokratischen Aufwand einiger randständiger Regelungen des SGB II investieren müssen – sollen jetzt freigesetzt werden? – Müssen wir uns auf das Paradies einstellen???

Auf gute Diskussionen!😉

Mit freundlichen Grüßen
Manfred Bartl

New Paltz-Band statt Diskussionen

Posted in Gesprächskreistermine on 15. Oktober 2015 by denknachmainz

Werte Mitstreiterinnen und Mitstreiter,
liebe Interessierte am Mainzer NachDenkSeiten-Gesprächskreis!

Am Donnerstag, den 15. Oktober 2015 muss ich – wie letztes Mal angekündigt – den eingespielten Ablauf des Mainzer NachDenkSeiten-Gesprächskreises ausnahmsweise durchbrechen und eine Darstellung höchstanspruchsvoller Kultur der politischen Diskussion vorziehen.

Die New Paltz – Band stellt in Musik, in Texten und im Bild (Fotos&Videos) das Leben, die Kultur und die Sprache der Pennsylvania-Deutschen, Nachkommen von Auswanderern aus der Pfalz des 17. & 18. Jahrhunderts, dar. Einige ihrer Tunes kommen uns sehr bekannt vor, aber auch die Sprache klingt vertraut für meine Ohren, schließlich bin ich das von den englischen Einwander_innen übernommene rollende R, das auf das „Deitsche“ aufmoduliert wurde, aus meiner Zeit in Kalifornien gewohnt. Sehr spannend sind aber die Wörter mit ganz alten und die mit neuen Wurzeln!

Das Rathaus in Ober-Olm befindet sich hier:
Kirchgasse 7, 55270 Ober-Olm

Die Veranstaltung beginnt, wie in der „Allgemeinen Zeitung“ angegeben, um 19:30 Uhr, wie ich mich bei der Band rückversichert habe (auf deren Homepage 19 Uhr steht).

Wer keine Gelegenheit findet, nach Ober-Olm zu kommen, kann natürlich im „Jack Inn“ die größte Demo der letzten Jahre gegen TTIP & CETA am Samstag in Berlin Revue passieren lassen, bei der wir mit 250.000 Menschen gegen den „Investor-Staat-Streitbeilegungsmechanismus“ ISDS gewettert haben, der unsere Demokratie gefährdet.

Mit freundlichen Grüßen

Manfred Bartl